Infos
Referenten
Unterstützer
Programm
Eindrücke
Sponsoren
Summer School 2011
Sommerakademie 2011

2. Tübinger Sommerakademie Katastrophenmedizin und humanitäre Hilfe 2011

Zwei Studenten eilen durch einen engen Kellergang. Vor einigen Stunden ist hier ein Tank explodiert, es gibt Verletzte, vielleicht auch Tote. Wem sofort geholfen wird, wer noch auf Hilfe warten muss, das müssen jetzt die beiden Studenten entscheiden. Sie fühlen sich sicher in ihrer Rolle, denn Sie haben in den letzten Tagen viel über das Verhalten in Katastrophensituationen gelernt. Aber die Explosion nur eine Übung und die Verletzten Schauspieler. Die Sichtung ist ein wichtiger Bestandteil der Sommerakademie Katastrophenmedizin und humanitäre Hilfe – eine Akademiewoche, die die Stiftung zusammen mit der Chirurgie des Universitätsklinikum und der Studentengruppe you-manity bereits im zweiten Jahr in Tübingen erfolgreich durchführte. Schon im Frühjahr waren alle Teilnehmerplätze vergeben und die Warteliste überfüllt, da Katastrophenmedizin kein fester Bestandteil des Medizinstudiumsist, obwohl zahlreiche Studenten großes Interesse an der Thematik zeigen.

Theorie als Grundlage

Erfahrene Katastrophenmediziner referierten über Ethik, Recht oder effektives Handeln in Katastrophensituationen, stellten den Aufbau von Flüchtlingscamps vor oder erklärten, wie ein Assessment in humanitären Notlagen durchzuführen sei. Sichtungsübungen, ein Besuch bei der Stuttgarter und Pfullinger Feuerwehr sowie eine Dekontaminationssimulation ergänzten den theoretischen Unterricht mit praktischen Aufgaben.

Katastrophensimulation

Selbst in die Rolle eines Katastrophenhelfers schlüpfen, konnten die Teilnehmer am letzten Akademietag. Auf dem Alten Lustnauer Sportplatz in Tübingen bekamen sie die Aufgabe als Vertreter von Hilfsorganisationen die Folgen eines Erdbebens zu erfassen. Wer seinen Fuß auf dem Sportplatz aufsetzte, betrat an diesem Tag eine indonesische Stadt, die von einem Beben verwüstet worden war. Es galt Betroffenen zu sichten und zu versorgen, z.B. mit Medikamenten, Essen, oder sanitären Einrichtungen. Keine leichte Aufgabe, denn vieles sollte an echte Situationen erinnern. Nur wer einen Pass und eine Arbeitsgenehmigung hatte, durfte in das „Katastrophengebiet“ einreisen. Schauspieler nahmen die Rollen von Verletzten, Militär oder anderen Beteiligten ein. In einer Woche konnten die Teilnehmer so lernen, wie sie strategisch und überlegt Ordnung ins Chaos bringen könnten.